| Diese Seite wurde bereits besucht! |
Willkommen auf der Homepage
Stand: 22.07.10 |
|
Jochen seet in de Stuuv as sien Fru dörch de Döör keem. "Wat seggst du blot to düssen Wahlutgang, düsse Politik, de velen Minschen, de keen Arbeid hebbt", sä Jochen. " Tschä, wat sall ik dorto seggen", meen sien Fru.
"Sühst
du, dat segg ik ok!"
|
|
|
De Naam " GRABBE"
1.) Bemerkungen aus dem Namenslexikon
2.) Auszug aus dem Grabbe Jahrbuch 1997, der Grabbe
Gesellschaft in Detmold, über die Deutung des Namens Grabbe
Bisher gibt es nur zwei sprachwissenschaftlich ernst
zunehmende Versuche eine Deutung des Namens Grabbe, wenn man von den Einträgen
in den Namenbüchern absieht. In der jüngeren der beiden hat im Jahre 1920 K.
Wehrhan die Herleitung von einer Örtlichkeitsbezeichnung mit dem Substantiv
Graben vorgeschlagen und dazu aus Namensverzeichnissen des Landes Lippe vom
Jahre 1901 tatsächliche und vermeintliche Parallelen wie Grawe, Gräwe, Grabbe,
Grabbert oder Grabenmeier angeführt. Er erwähnt dabei ohne direkte eigene
Stellungnahme einen abweichenden älteren etymologischen Anschluss von O. Preuss;
doch geht implizit aus seinem Vorschlag eine Ablehnung des älteren Versuches
hervor. Die Lösung von K. Wehrhan muss jedoch zweifelsfrei verworfen werden:
Bei einem etymologischen Anschluss bei einer Sippe des starken Verbs graben muss
man in der Wurzelsilbe nachvokalisches germanisches /b/ ansetzen, das im
Niederdeutschen seit ältesten Zeiten als Reibelaut, vornehmlich in Schreibungen
wie <v> oder <u>, auch <w>, auslautend schließlich mit der
Anzeige einer Verhärtung zu <f> bezeugt ist. Selbst Graphien der Art
<b> weisen in den fraglichen Umgebungen dann nicht mehr mit Gewissheit auf
den Lautwert "Verschlusslaut" hin, insbesondere dann nicht, wenn sie
im Wechsel mit <u-v-w> im gleichen Worte stehen. Deshalb sind die von K.
Wehrhan aufgelisteten Beispiele auch nicht alle als etymologische Parallelen
anzusprechen. Grabbe selbst hat seine Namen gelegentlich auch in den genannten
Zusammenhang gestellt, nämlich zum Substantiv Grab N., wie aus einigen seiner
Briefunterschriften hervorgeht. Das liegt vom lautlichen Anklang sehr nahe, lässt
sich aber von der sprachwissenschaftlichen Etymologie her nicht halten. Im
Rahmen der genealogischen Forschungen nach den Vorfahren Christian Dietrich
Grabbe hat H. Riemann verlässlichen Grund gelegt für eine angemessene
Beurteilung. Hier sind es zunächst die verschiedenen Schreibformen des Namens,
die Beachtung verdienen; neben der Leitform Grabbe mit den häufigsten Vorkommen
erscheinen noch Grabe, Grabaeus, Grobe, Grobbe, Grabbeus, Grob, Groppe. Aus den
konsonantischen Doppelschreibungen und der Tatsache, dass keine Variation mit
<u-v-w> Schreibungen bezeugt ist, kann man folgern, dass in der
gesprochenen Form des Namens immer ein Verschlusslaut vorgelegen hat, der in
dieser Form auf niederdeutschen Doppelkonsonanten >bb< ( geminiertes >b<) zurückgeht und
etymologische Verwandtschaft mit der Wortfamilie graben ausschließt. Damit kann
man gleichzeitig sicher auf Kürze des vorangehenden Vokal schließen. Da sich
solche Gemination oft genug in Kurzformen alter Rufnamen finden lassen, in denen
sie meist aus Assimilation erklärbar sind, ohne dass man die "reguläre"
lautgesetzliche Gemination vor germanischen /j/ bemühen müsste, könnte hier
ein Anstoß für den Lösungsvorschlag gelegen haben, den O. Preuß vor über
hundert Jahren präsentiert hat, ohne dass er das ausdrücklich zu erkennen
gibt. Jedenfalls ist er von dem zu seiner Zeit anerkannten Grundsatz
ausgegangen, dass die Mehrzahl von Familiennamen alte zweigliedrige germanische
Personennamen zugrunde lägen oder auch vielfältige Kurzformen daraus, die
gerade gern Konsonanten-gemination aufweisen. In diesem Rahmen hat er dann Grabbe
von einem zweigliedrigen Rufnamen Grabart abgeleitet und dazu wörtlich in einer
Anmerkung ausgeführt: Das >b< in Grabbe vertritt wohl das w des Stammes
graw,
"grau", könnte aber auch aus dem zweiten Glied des Namens Grabart
entnommen sein, zu dem dann Grabbe die zweistämmige Kurzform bilden würde."
Die Lösung würde nun zwar das lautliche Problem des
Anschlusses an die Sippe von graben beheben, sie hat gleichwohl wenig
Wahrscheinlichkeit für sich. G. Müller hat zu Recht auf der Grundlage der
Untersuchungen von J. Hartig darauf hingewiesen - was O. Preuß zu seiner Zeit
noch nicht wissen konnte - dass das Inventar germanischer Rufnamen im späten
Mittelalter derart geschrumpft war, dass es nicht mehr in dem von O. Preuß
angenommenen Maß als Grundlage für die Ausbildung von Familiennamen dienen
konnte.
Es kommen noch weitere Argumente hinzu. Ein Rufnamen Wort
zum Adjektiv grau, germanisch gre-wa ist zwar belegt, doch ist es recht selten
und mit nur wenigen Zweitgliedern (-hilt, -loh, -olt, -walt, -wulf) bezeugt. Das
einzige mit >b< anlautende Zweitglied ist in der Tat -bard; und hier kann man
Zweifel daran haben, ob überhaupt ein originärer zweigliedriger Rufname
vorliegt. Das Beispiel scheint vielmehr ein Beiname "Graubart" zu
sein. Ein Erstbestandteil Grau in den zweigliedrigen Rufnamen lässt sich im
engeren und weiteren westfälischen Umkreis nicht nachweisen: weder die früh-
und hochmittelalterlichen Namenslisten der klösterlichen Gedenküberlieferung
von Fulda und Corvey, über die wir jetzt gut unterrichtet sind, noch die
Sammlungen zum altsächsischen Sprachgebiet bis zum 12. Jahrhundert enthalten
auch nur einen einzigen Fall dieses Namenswortes, geschweige denn den ganzen
Namen Grabart.
Neben den älteren Schreibzeugnissen des Familiennamens
Grabbe verdanken wir der Untersuchung von H. Riemann aber noch den weiteren
Hinweis, das es sich im Ursprung um den Namen eines Hofes gehandelt hat. Ältestes
Zeugnis dieses Hofes der Grafen von Lippe ist ein Eintrag von einem 1515 in
einem Landschatzregister des Amtes Schötmar als "der Grabbe im Niggenhagen". Es
ist nun ein bekanntes Phänomen, insbesondere im Westfälischen, dass derartige
Hofnamen nicht nur zu Familiennamen geworden sind, sondern umgekehrt sogar
bereits geführte Familiennamen aufgegeben wurden, wenn jemand - etwa durch
Einheirat - neu in einen solchen Hof eintrat.
Es kommt daher im weiteren darauf an, durch Vergleich zu
ermitteln, nach welchen Benennungsmotiven überhaupt Hofnamen im Westfälischen
vergeben worden sind. Dabei kann aber schon stillschweigend davon ausgegangen
werden, dass solche Benennungen sich grundsätzlich im gleichen Rahmen bewegt
haben wie die zusätzliche Benennung von Personen neben ihrem ursprünglichen
Rufnamen. Allerdings ist von vornherein die Vermutung abzuweisen, als Gräfliches
Eigentum sei der Name des Hofes vom Substantiv Graf M. herbei geleitet.
Angesichts der eindeutigen Verschlusslautschreibung des Namen Grabbe und der
niederdeutschen Schreibung/Lautung grave, greve, Graf scheidet diese Verknüpfung
aus. In den Regionen, wo die Verhältnisse näher untersucht sind, zeigen sich
erwartungsgemäß Benennungen der Höfe nach den dort einmal wirtschaftenden
Personen oder nach Merkmalen der Lage in der Landschaft. Nach dem Übertritt
derartiger Hofnamen in die Klasse der Familiennamen fällt dieser
Familiennamentyp unter dem Begriff der "Wohnstättennamen".
Nach alldem ist im niederdeutschen Wortschatz nach einer
geeigneten etymologischen Anschlussmöglichkeit Ausschau zu halten. Von den oben
mitgeteilten variierenden Namenschreibungen können die Formen Grabbaeus und
Grabbeus als sekundäre Latinisierungen beiseite bleiben. Eine Erklärung
verlangen dagegen die Varianten mit <o>: Grob(e), Grobbe und Groppe. Sie dürften
als sogenannte umgekehrte Schreibungen zu deuten sein. Sie stellen sich in
ungeregelten Schreibsprachen besonders dann gern ein, wenn Zuordnungen unsicher
geworden sind. Im Mittelniederdeutschen sind sowohl einzelne Übergänge von /o/
zu /a/ vor /f/ und /ch/ (Reime dochter: achter) bezeugt; insbesondere westfälisch
ist der Übergang vor /rn/ und /rd/. Schließlich gibt es im Westfälischen auch
die Schreibung <a> für niederdeutsch langes /o:/. Das alles kann nach
sich ziehen, dass ein Schreiber, der den etymologischen Anschluss eines Namens
nicht durchschaut hat, überkorrekt die Schreibung <o> anstelle von
<a> gesetzt hat. Der Wechsel von <b(b)> mit <pp> muss weiter
unten noch einmal im Zusammenhang mit dem etymologischen Anschluss aufgenommen
werden.
Die Auswahl an Anschlussmöglichkeiten im niederdeutschen
Wortschatz ist nicht groß. Die Hinweise auf Krabbe "Meerkrebs", die
manche Namenlexika geben, sind eher irreführend als hilfreich. Im Binnenland
gibt dieses Lexem kein plausibles Benennungsmotiv ab. Da der Name als Hofname
gesichert ist und überhaupt im Lippischen Raum Verbreitung aufweist, ist ein
Import aus der Küstenregion unwahrscheinlich. In seiner Etymologie ist das Wort
übrigens mit seinen Verwandten wie Krebs sehr umstritten. Es hat jedoch den
Anschein, als ob sich sekundär die Wortsippen mit anlautendem /kr/ und
anlautendem /gr/ aneinander angeschlossen und gekreuzt hätten.
Auszugehen ist von dem Verbund, grabben, greifen, raffen,
schnell fassen, daneben kommen ein Adjektiv grabbich, gierig, raffgierig und ein
Substantiv F. grabusie, Raffen, Greifen vor. Grabbe wäre demnach ein nomen
agentis nach dem Muster der n-Stämme aus Verben (z. B. as.bero, Träger zu
ahd.as.beran, as.kempio, Kämpfer zu ahd.bezeugtem chemfan, cham(f)fan, as.wiso,
Führer zu as.wisan, zeigen, weisen, ahd. wisen, führen, zeigen usw.) wo im
Neuhochdeutschen das Suffix -er eintritt, der Greifer, der Raffer.
Eine solche Benennung wäre als Beiname (Typus: Übername,
gemeinsprachlich "Spitzname") eines frühen Hofinhabers oder des Begründers
zu verstehen, wobei ungeklärt bleiben muss, welche Art von Gegenständen der so
Benannte an sich gerafft haben mag. Am ehesten wird die Annahme zutreffen, dass
der Name einem habgierigen Geizkragen gegolten hat. Dabei stört es nicht, dass
eine wenig edle Eigenschaft in einem schließlich offiziell geführten Namen
fest geschrieben worden ist. Benennungen wenig schmeichelhafter Art sind in den
frühen Beinamengebung häufig anzutreffen. Im Erteilen sprechender Namen waren
frühere Generationen wenig zimperlich. Stellvertretend für viele seien Namen
wie Hardefust, Cleinegedanc, Morgensweiz, Cleffere, Schwätzer oder Gir avarus
als Auswahl aus einer langen Reihe genannt, die St Hagström aus dem
mittelalterlichen Köln zusammengetragen hat.
Wenn sich so gleichermaßen von der morphologischen
Struktur der Wortbildung wie auch der semantischen Motivation der Benennung her
der Name Grabbe einordnen lässt, seien dennoch zusätzlich ein paar weitere Überlegungen
zur Sicherheit vorgetragen.
Einige Namensbücher führen als Deutungsmöglichkeit nämlich
auch ein niederdeutsches Grabbe, Grappen (Grabbe im Plural) in die Bedeutung,
Schrulle, Mucke, unnütze Gedanken an. Ein solches Wort kommt in der Tat vor, überwiegend
in pluralischer Verwendung, ist aber offenbar charakteristisch für den
niederdeutschen Norden und Osten, es scheint im Westfälischen nicht verbreitet
zu sein. Ein Substantiv Grapp, Grabbe M. in der Bedeutung Rabe, das zum Gebrauch
als Übernahme bestens geeignet zu sein scheint, ist offensichtlich ein
westoberdeutsches Wort und muss deshalb aus den Überlegungen ausscheiden.
Abschließend sollen noch ein paar Überlegungen zum
Labial, der die Tonsilbe des Namens schließt, folgen. Konnte mit Sicherheit
eine Rückführung auf germanisch /b/ ausgeschlossen werden, so ist eine
positive Entscheidung schwierig, welcher Laut als ursprünglich anzusetzen ist.
Nächste Verwandte von mittelniederdeutsch grabben dürften mittelhochdeutsch
grapen, grappen,
altenglisch grapian, gropian, berühren und altnordisch grapa, an sich reißen sein. Im
weiteren ist die Gruppe offensichtlich mit der Sippe greifen verwandt, ohne dass
die Verhältnisse im Vokalismus regulär aus den Ablautstufen des starken Verbs
greifen her leitbar wären. Die außerdeutschen Parallelen mit dem Langvokal
weisen auf germanisch /p/ daneben aber finden sich hoch- und niederdeutsch auch
Varianten mit Kurzvokal und lenisiertem Labial, die nach den Silbenregeln des
Deutschen zu geschlossener Silbe, Verlegung der Silbengrenze in den Konsonanten
und graphischer Verdopplung des Konsonantenzeichen geführt haben. Da im
ostwestfälischen Mundarten aber überhaupt die Lenisierung von nachvokalischen
Explosiven zu beobachten ist, entspricht eine Lautform Grabbe ganz den
Bedingungen der gesprochenen Mundart des Raumes, aus der sie stammt.
------------------------------------------------------------------------------------------------
historische
Bemerkungen: Aufgeschrieben ca. 1840 von einem Basbecker Lehrer
-----------------------------------------------------------------------------------------------
3.) Die
Vorfahren der meisten "Grabbes" stammen aus der Detmolder Gegend, wo
es auch heute noch viele Familien gleichen Namens gibt. Da die Grabbe's oft sehr
Kinderreich waren, aber nur ein Sohn den Hof übernehmen konnte, mussten sich
die anderen Kinder woanders Arbeit suchen. So kamen viele "Lipper Bürger"
nach Norddeutschland. In Basbeck, wo eine Ziegelei in jedem Jahr tatkräftige
Arbeiter suchte. Die Arbeit in den Ziegeleien war äußerst schwer und lange.
Sie dauerte vom frühen Morgen bis zum späten Abend und war oft nur durch kurze
Essenpausen unterbrochen. Selbst in der Nacht war noch hier und dort Wache zu
schieben, bei dem brennenden Ofen. Es konnten nur junge kräftige Leute diese
Arbeit verrichten. Da es aber in der Basbecker Gegend an solchen Arbeitern
mangelte, warb man Leute aus dem Lipperland an. Auf dem Markt von Lemgo und
Detmold fand diese Anwerbung statt. In großer Anzahl verließen die jungen
Leute ihre Heimat, um in den Ziegeleien zu arbeiten und ihr Brot zu verdienen.
Meistens kamen sie im Frühjahr, Ende März Anfang April und im Herbst (Oktober,
November) zogen sie mit ihren Leiterwagen wieder heimwärts. Da sie außerordentlich
fleißig und sparsam waren, so hatte mancher einen schönen Batzen Geld gespart.
Die Arbeit war meist im Akkordlohn. Für 1000 Steine erhielt der Ziegelmeister
ca. 7 Mark, davon musste er dann wieder seine Leute bezahlen. Nur bei langer
Arbeitszeit, etwa 12 - 16 Stunden täglich konnten die Arbeiter auf einen guten
Verdienst kommen. Die fertig gebrannten Steine wurden meistens auf einen Ewer
geladen und nach Hamburg oder Bremen transportiert. Da es vielen Lippern in
Basbeck und in den umliegenden Dörfern gut gefiel, so kam es nicht selten vor,
dass der eine oder andere hier blieb, seine Familie nachkommen ließ oder hier
heiratete. Viel Lipper fanden in Basbeck eine neue Heimat. Grabbe aus
Stadenhausen und Lemgo, Hellemann aus Siethwende, Dröge aus Lemgo, Berendsmeyer,
Echtermeyer, Hüttmeyer, Petersjohann aus Privitsheide und viele andere. So oder
ähnlich sind viele unserer Vorfahren aus der Heimat "Lippe" in den
ganzen norddeutschen Raum ausgewandert und sesshaft geworden. So gibt es heute auch "GRABBE's" in Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg, Hemmoor, Oldenburg, Varel, Wildeshausen, und in vielen anderen Orten des Nordens. Meist sind sie alle weitläufig miteinander verwandt, oft ohne es zu wissen. Eines haben sie aber gemeinsam, ihre Wiege stand im Lipper-Land.
Grabbe Forschung weltweit 4.) Dank des
Internets ist es heute bedeutend einfacher Familienforschung zu betreiben.
Hierbei bin ich auch in anderen Ländern auf den Namen Grabbe gestoßen. Einige
dieser Grabbe Sippen haben mit der lippischen Linie auch nicht mehr gemeinsam,
als den Namen. Die Grabben in Schweden, Finnland, England, Belgien haben mit
Sicherheit ihre eigenen Wurzeln. Bei den Grabben in den USA, gibt es
verschiedene europäische Vorfahren. Einige stammen von der Schleswig
Holsteinischen Linie der Grabbe Sippe ab, andere von der Lipper Grabbe Sippe. Es
gibt aber auch Grabbe Nachkommen in den USA aus den schon vorher genannten europäischen
Nachbarländern. Einige Einwohner der USA mit dem Namen Grabbe, haben diesen
Namen erst in den USA angenommen. Sie stammen ursprünglich aus Polen und haben
ihren Nachnamen, da er für die meisten Amerikaner unaussprechlich ist, einfach
in „Grabbe“ umgeändert.
Grabbe in Schleswig Holstein
Aufgrund
meiner umfangreichen Nachforschungen in den Kirchenbüchern und Archiven in
Schleswig-Holstein bin ich zu folgenden Erkenntnissen gekommen.
Wo der Name
Grabbe (siehe Namensdeutung im Grabbe Jahrbuch 1997) herkommt kann heute nicht
mehr einwandfrei festgestellt werden. Ebenfalls kann nicht mehr festgestellt
werden ob es in Schleswig Holstein vor dem 15. Jahrhundert Verbindungen mit
anderen Sippen gleichen Namens gab, da der Name Grabbe auch im Lippischen Raum
sehr verbreitet ist. In den Saalbüchern des Klosters Corvey und den
Steuer-Abgabe-Büchern des Fürstentums Detmold kann der Name Grabbe sogar bis
in das 14. Jahrhundert verfolgt werden.
Einige
Grabbe Familien der lippischen Linie, die vom Beruf Töpfer und Ziegler waren,
sind auch nachweisbar Anfang des 19. Jahrhunderts nach Schleswig Holstein
eingewandert. (z.B. die Grabbe Familien in Husum, Henstedt-Ulzburg und Quickborn
stammen aus der lippischen Linie)
Die Sippe
Grabbe in Schleswig Holstein war urkundlich zuerst im Raume Burg, Schenefeld,
Hadenfeld und Meldorf ansässig. Hier taucht der Name Grabbe in den Kirchenbüchern
dieser Kirchspiele zuerst auf. Der Name Grabbe wurde in den Kirchenbüchern auch
oft unterschiedlich geschrieben, da viele der Kirchenbuch Schreiber die
Eintragungen nach ihrem Gehör vornahmen und nicht nach irgendwelchen
Dokumenten. Namen wie: Grabb, Grab, Grap, Grapp, Grabben, Grappen sind daher
keine Seltenheit.
Teilweise
hatten die Grabbe Familien sehr viele Kinder, so dass die Söhne und Töchter
die nicht Hoferbe wurden, sich in anderen Dörfern und Kleinstädten Arbeit
suchen mussten. Sie verdingten sich oft als Knechte oder Mägde auf anderen Höfen
aus. So wanderten sie mit der Zeit in alle Himmelsrichtungen im
Schleswig-Holsteinischen Raum aus.
Als König Friedrich von Dänemark Teile des Landes im Norden neu besiedeln ließ,
erscheint der Name Grabbe nun auch im nördlichen Teil von Schleswig Holstein,
zuerst im Raume von Friedrichs –
Anbau. Von hier aus verbreitete sich dann die Sippe Grabbe nach Schleswig,
Ellingstedt, Dörpstedt, Flensburg und Rendsburg.
Der nördliche
Teil von Schleswig Holstein wurde durch die Grabbe Sippe aber erst nach 1800
besiedelt. Hier stehen in den Kirchenbüchern auch oft die Namen Grapp, Grabben
oder Grabb, welches aber stets die Kinder oder Kindeskinder der Grabbe Sippe
sind. Die Grabbe Sippe im Lipperland Die erste
Namenserwähnung der Sippe Grabbe erscheint im Landschaftsregister von 1486. Der
Grabbische Stammhof in Nienhagen wird auch im Jahre 1515 im Schatzregister des
Kirchspiels in Schötmar erwähnt, als "Grabbe in Niggenhagen". Die Hofstelle dürfte
jedoch weitaus älter sein, vom Jahre 1535 – 1585 sind verschiedene Einträge
im Schatzregister vorhanden. Der Grabbe Hof lag in kurzer Entfernung von der preußischen Grenze südöstlich vom Grenzstein 39 in der Dorfschaft Nienhagen bei Leopoldshöhe. Das Gebäude des Bauernhofes ist im Jahre 1901 abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden. In der kleinen Talsenke steht aber heute noch, dass vor zwei Jahrhunderten erbaute Kötterhaus. Den Nordhang dieses Tales nennt man seit Jahrhunderten Sauerland, wohl weil der Boden am Hang und im Tal schwer und nicht sehr gut ist. Durch den im Nordwesten des Hofes gelegenen Wald führte einst die preußische Grenze. Der Hof wird im Katasteramt in Schötmar 1750 folgendermaßen beschrieben: 1.) Der Hof ist im Zuschlage worauf 4 Eichen befindlich, groß 1 schfl 2sp. Darauf befinden sich 2.) an Gebäuden a.) das Wohnhaus, b.) die Leibzucht, c.) ein Backhaus. 3.) An Garten, gleich beim Hofe, 1 schfl 1sp. Garten und Wiese. 4.) An Länderey: a.) das Langenfeld 22schfl., b.) der Kuhkamp 2 schfl. 5.) An Wiese: a.) die lange Wisch mit 4 schfl. und b.) ein Garten mit 1 ½ schfl, sp. 6.) Gemeinde Hude zu 3 Pferde und 4 Stück Rindvieh.
Die Grabben
waren Kötter. Der Begriff Kötter erschien zuerst im späten Mittelalter und
war besonders in den mittleren Gebieten von Deutschland verbreitet. Sie waren
zumeist Siedler mit einem kleineren Besitz und wenig Rechten. Ihre Häuser oder
Kotten, die heutzutage zumeist Hofstellen, also Kötterhöfe sind, lagen immer
vom Acker getrennt. Je nach der Größe des Besitztums wurden sie Klein-,
Mittel-, oder Großkötter genannt. Alle Kötter waren zu Leibdiensten an Grund
und/oder den Landesherren verpflichtet.
Die Kötterdienste
bestanden in der Form von Briefe austragen, Flachsarbeiten verrichten, Hilfe bei
den Erntearbeiten, Wiesendienste in Form von Mähen oder Mist unterwenden,
Arbeit im Hopfengarten und Ställe ausmisten.
Die
Grabben in Nienhagen waren dem Grafen von Lippe leibeigen und mussten dort ihren
Leibzinns bezahlen. Außerdem mussten die Grabbes an die Kirche von Heepen 4
Taler und 5 Groschen Pacht bezahlen, da ein Teil des Landes der Kirche gehörte.
Auch der Küster der Kirche bekam in jedem Jahr von der Ernte einen halben
Scheffel Roggen.
Im
Jahr 1600 wurde an den Grafen ein Goldflorin und 1 Ort gezahlt. Zum
Burgfestdienst müssen die Grabbes 3 Tage Leibdienst leisten und als Maltzgeld
sind 1615, 2 Taler und 3 Größke zu zahlen. In der Zeit vor dem 30jährigen Krieg besaß der Grabbe Hof 4 Pferde, 1 Fohlen, 4 Kühe, 3 Rinder, 4 Schweine und ebenso viele Jungschweine. Die Grabbe Familie besaß vier Kinder von denen der jüngste Sohn Friedrich nach seiner Heirat den Hof übernahm. Nach dem 30jährigen Krieg waren es nur noch 2 Pferde, 2 Kühe und 1 Rind. Es muss eine sehr ärmliche Zeit gewesen sein, als Friedrich Grabbe mit seiner Ehefrau Triene und ihren 7 Kindern auf dem Hof lebten. Dieses bezeugt auch das Wrugregister in Schötmar in dem 1674 folgende Begebenheiten festgehalten wurden, als Frerck Grabbe 9 Eichen geschlagen hatte, die er zur Reparatur seines Stalles verwenden wollte. Bauernrichter wruget, Bade zu Broninghausen, Tempelierer (Pastor) zu Hepen klagt, dass Grabbe aus Nienhagen aus einem bey seinem Hoffe gelegenen Holtze, welches für Kirchenholtz gehalten wirt, 9 Eichen gehawen. Es wurde ihm hierauf eine Kuh gepfändet und Frerck wurde zu einer Strafe von 5 Goldthalern verurteilt. In einem Brief an den Grafen zu Lippe, beklagt er jämmerlich sein Unglück, dass von seinen 4 Kühen, drei in diesem Jahr eingegangen waren, so dass er zu diesem Zeitpunkt nur noch 1 Pferd besaß. Man möge ihm doch die Strafe erlassen und die Kuh zurückgeben, da er sonst nicht wüsste, wovon er seine Familie ernähren sollte. In den Jahren 1679 und 1680 starben Frerck und Trine kurz hintereinander an der Ruhr. Sie hinterließen 7 Kinder, die alle nun von den Oheimen (Onkel) groß gezogen wurden. Wenn ein Altbauer heiratete oder starb, mussten an den Gutsbesitzer Steuern bezahlt werden, sogenannter >Weinkauf< oder >Sterbefall<. Die Verordnung zur Aufhebung der Leibeigenschaft und des Gutseigentums wurde am 27.12.1808 zum ersten Mal veröffentlicht und trat bereits am 1.1.1809 in Kraft. Bisher wurde auf dem Hof immer nur so viel gearbeitet, um den Erhalt zu sichern. Alles andere wäre sonst dem Gutsherrn zugeflossen. Die Aufhebung entband die Leibeigenen aber nicht vor der Steuer. Erst das zweite Gesetz von 1838 ermöglichte es den Bauern, mit einem Einmaligen aber fünfundzwanzigfachen Betrag des normalen Steuersatzes, sich auch von dieser Steuer freizukaufen. Dieses wäre vielleicht ein neuer Aspekt in der Grabbe Forschung. Wie mag dieser Umbruch einen Einfluss auf das Leben Christian Dietrich Grabbe gehabt haben. Hand und Spanndienste für die Gutsherren blieben aber weiterhin bestehen. Diese Dienste konnten aber auch nach 1838 abgelöst werden. Jeder Bauer war daran interessiert sich so niedrig wie möglich einstufen zu lassen. Die Kommissare versuchten jedoch jeden Lebeigenen so hoch wie möglich einzustufen, damit es ordentlich Geld einbrachte. Die letzten Verpflichtungen haben viele Bauern erst im Jahre 1920/21 mit dem entwerteten Geld abgelöst. Es dauerte bei vielen Familien also fast 4 Generationen, bis die Schulden getilgt waren. Da in den Grabbe Familien immer sehr viele Kinder waren, mussten sich außer dem Anerben, alle anderen Söhne in der Umgebung eine neue Arbeitsstelle und eine neue Unterkunft suchen. Der Hof ging immer auf den ältesten Sohn oder auf die älteste Tochter über. Da die Arbeit im Lipper Land rar war, wanderten die Söhne der Grabbe Familien in die naheliegenden Städte Lemgo, Lage, Detmold, Herford und Bielefeld ab und nahmen dort eine Arbeit an. Aus den Landarbeitern wurden so im Laufe der Zeit Handwerker, die immer dorthin wanderten, wo es Arbeit gab. Vom Lemgoer Markt, auf dem viel Anwerber aus den verschiedenen norddeutschen Gebieten Arbeit vermittelten, zogen die Grabbes bis in das Ruhrgebiet, in das Emsland und sogar bis in das Kehdinger Land, welches zwischen Stade und Cuxhaven liegt. Dort verdienten sich die Lipper Söhne als Saisonarbeiter ihr Geld. So manch ein Lipper Sohn fand in der Fremde auch seine Braut, heiratete und blieb in dem Ort, fern von der Heimatstadt wohnen und gründete dort eine eigene Familie. Hier zwei Beispiele aus dem Kirchenbuch der ev.-luth Michaliskirche zu Basbeck. Am 15.11.1818. Christopher Hinrich Kock, Tönjes Kock aus dem fürstlichen Lippe Sohn, mit Rebecka Brümmer, des Claus Brümmer aus der Ackergeest Tochter. Januarius den 28.ten 1844, Hermann Christian Grabbe, des Philipp Grabbe zu Ehrentrup, Amt Lage im fürstlichen Lippe Sohn mit Maria Brümmer, der jetzt verehelichten Rebecka Brümmer mit Hinrich Kock, Tochter. Auf der Pfarrei copuliert. Einige Grabbes zog es mit der ersten Auswanderungsperiode um 1830 auch über den großen Teig nach Amerika. Mit der Postkutsche ging es nach Bremerhaven und nach den Strapazen der Überfahrt suchten sie ihr Glück in dem weiten Land der Vereinigten Staaten. Nicht immer hatten die Grabbe Söhne eine glückliche Hand, wer den falschen Zeitpunkt der Überfahrt gewählt hatte, landete schließlich als Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg. Mit der zweiten Auswanderungsperiode um 1860 wagten nochmals einige Grabbes den großen Sprung über den Ozean. Sie siedelten in Oklahoma, Georgia, Iowa, Illinois und Arkansas, gründeten dort Farmen, auf denen noch heute einige Nachkommen wohnen. Ein Fazit, das mir bei diesen Nachforschungen auffiel, möchte ich hier noch anfügen. Viele Bewohner im Lippischen Raum, die heute Grabe, Grave, Graben, Grobbe heißen, entstammen oft ebenfalls der Grabbe Sippe und sind nur im Laufe der Jahrhunderte durch die sich verändernde Schreibweise zu dem geworden, was sie heute sind. Da die Zweinamigkeit erst im 12. Jahrhundert im Norden Deutschlands ihren Einzug hielt, könnte es durchaus sein, dass der Sippen Name Grabbe nur einen Ursprung hatte. Dieses lässt sich heute aber anhand der bestehende Urkunden und Eintragungen nicht mehr beweisen. Rein rechnerisch wäre es aber möglich. Anmerkungen: 1
Scheffelsaat = 2/3 Morgen = 17,47 a
1 Scheffel = 8 Metzen = 80
Ruten
1
Goldflorin = 1 Gulden = 12
Mark =
216 Pfennig
1
Ort
= ¼ Gulden =
3 Mark =
54 Pfennig
|
|
|
|
|